Eisenerzbergbau in Oberscheld

Bilderbogen

 

Oberscheld - Hochofenwerk Oberscheld (Buderus AG, ehem. Hessen-Nassauischer Hüttenverein)

Das Hochofenwerk Oberscheld ging 1904 mit zwei Hochöfen in Betrieb. Verhüttet wurde das Erz der zahlreichen Gruben im Scheldetal, zu denen 1906 eine 3,5 km lange Drahtseilbahn errichtet wurde. Mit dem Ende des Erzbergbaus kam 1968 auch die Stillegung des Hochofenwerks.

Es gab hier zwei feuerlose Dampflokomotiven und eine Diesellok, wobei die O&K noch 1971 hier vorhanden war.

  • Jung FNr. 809/1905, Bfl, neu an Hessisch-nassauischer Hüttenverein, Werk Steinbrücken, später nach Oberscheld, v/v

  • Jung FNr. 2149/1915, Bfl, neu an Hessisch-nassauischer Hüttenverein, Oberscheld, v/v

  • O&K FNr. 25783/1957, Bdm, neu an Hessische Berg- und Hüttenwerke AG, Wetzlar => Buderus, Hochofenwerk Oberscheld, 1972 an Buderus, Werk Eibelshausen

Quellen: LV, AC, Erz, Koch

 

Oberscheld - Gruben im Scheldetal

Am nordwestlichen Hang des oberen Scheldetals gab es auf etwa 5 km Länge sehr viele Gruben. Die größeren seien hier von Nord nach Süd aufgeführt und die eingesetzten Fahrzeuge genannt, soweit bekannt:

  • Glückstern

  • Amalienstollen (Buderus):

    • Deutz FNr. 13649/1935, Typ MLH322 G, 600mm, neu, v/v

    • Deutz FNr. 26107/1938, Typ MLH322 G, 600mm, neu, v/v

  • Obernsang

  • Ferdinandstollen

  • Unverhofft Glück bzw. Neuelust (Buderus):

    • Deutz FNr. 23057/1938, Typ MLH322 G, 600mm, neu, v/v

  • Hülfe Gottes

  • Eiserne Krone

  • Friedrichszug

  • Beschertes Glück

  • Stillingseisenzug bzw. Grube Stilling

  • Königszug (31.03.1968 stillgelegt):

    • O&K, Bbm, 1435mm, 1949 Umbau in B-el, bis 1956 im Einsatz, v/v

  • F.-Paulsgrube

  • Nicolausstollen

  • Lux

  • Ölsberg

Hinzu kommen noch die Gruben östlich von Oberscheld:

  • Eisernhand

  • Auguststollen - im Eisenerztagebau (Buderus, ehem. Grün'sche Bergverwaltung):

    • Jung FNr. 2183/1916, Bn2t, 660mm, neu, -1956 v/v

    • Maffei FNr. 4111/1920, Bn2t, 660mm, neu, -1956 v/v

  • Handstein

  • Falkenstein (31.08.1973 stillgelegt):

    • Deutz FNr. 16316/1936, Typ MLH322 G, 600mm, von Grube Georg Josef, 1971 an Museumsprojekt Tiefer Altenberger Stollen, Kreuztal-Littfeld, 1994 an Privat, Leun

    • Bartz, Bj. 1957, B-akku, 600mm, neu, 1971 an Museumsprojekt Tiefer Altenberger Stollen, Kreuztal-Littfeld, 1994 an Privat, Leun

    • Bartz FNr. 1601/1960, B-akku, 600mm, neu, 19xx an Tonbergbau Aloys Josef Müller, Grube Lindenborn, Berod/Ww., heute Denkmal, Gewerbegebiet Roth, Ransbach


  • weitere Gruben lagen bei Eibach und Nanzenbach

Diese umfangreiche Anzahl an Gruben macht es sehr schwer, einen Überblick über die untertage eingesetzten Lokomotiven zu geben. In den Lieferunterlagen fehlt häufig der Name der Grube, zumeist wird auch nur der Konzern (Buderus etc.) und nicht einmal der Ort genannt. So sind zwar sehr viele Grubenloklieferungen von Deutz an Buderus bekannt, jedoch fehlt die Zuordnung zu einer bestimmten Grube. Auch dürfte es immer wieder zu Lokaustauschen bzw. Verlagerungen nach Stillegung einzelner Betriebe gekommen sein, die heute nicht mehr nachvollzogen werden können.

Folgende Lieferungen gingen an Buderus und konnten keiner bestimmten Grube zugewiesen werden. Der Einsatz im Schelder Grubenrevier ist nicht nachgewiesen:

    600mm:

  • Deutz FNr. 1565/1914, über Deutz von Colin & Colin, Bauunternehmung, Lens

  • Deutz FNr. 1820/1915, neu, v/v

  • Deutz FNr. 1821/1915, neu, v/v

  • Deutz FNr. 2653/1917, neu, v/v

  • Deutz FNr. 2654/1917, neu, v/v

  • Deutz FNr. 3729/1919, über Deutz von Gewerkschaft Rathenfelde, Hildesheim, v/v

  • Deutz FNr. 3820/1919, neu, v/v

  • Deutz FNr. 23172/1938, neu, v/v

  • Deutz FNr. 23173/1938, neu, v/v

Bei folgende Lieferungen ist zwar der Einsatz bei Oberscheld bekannt, jedoch nicht die Grube bzw. der Einsatzzweck:

  • Deutz FNr. 3593/1918, 600mm, neu an L. Schwenk, Aachen, für Eisensteingrube in Eisemroth/Dillkreis

  • Deutz FNr. 6238/1922, 650mm, neu an Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co., Leverkusen, für Gew. Mathias, Oberscheld

  • O&K FNr. 21333/1939, 600mm, neu an Carl Beimborn, Oberscheld

Mehrere Drahtseilbahnen führten zur Bahnverladung in Herrnberg und über die Grube Stilling zum Hochofenwerk Oberscheld. 1932 gab es die Drahtseilbahn

  • Grube Stilling-Hochofenwerk Oberscheld (1906 erbaut, 3,5 km lang)

  • Grube Friedrichszug-Bf Herrnberg (1912 erbaut, 1 km lang)

  • Grube Neuelust-Bf Herrenberg (1916 erbaut, 1,4 km lang)

  • Grube Amalienstollen-Grube Neuelust (1917 erbaut, 1,1 km lang)

  • Grube Stilling-Bf Herrenberg (1920 erbaut, 0,9 km lang)

Quellen: LV, AC, Erz, Koch

 

Oberscheld - Museumseisenbahn- und Bergbauverein Schelderwald e.V.

Im ehemaligen Bahnhof Oberscheld-Hochofen hat der Verein eine 600mm-Feldbahn aufgebaut.

Quellen: LV, FBH, AC